Nachdem es in der letzten Fundgrube musikalisch zuging, wird der Blick jetzt wieder dem geschriebenen Wort und den Naturgewalten zugewendet. Um mit letzterem zu beginnen: Das Jahr 2021 steht im Hinblick auf das Wetter den vergangenen drei Jahren konträr gegenüber. Vor allem die Dürresommer 2018 und 2019 dienten der Befeuerung der politisch instrumentalisierten Kampagne gegen den (menschengemachten) Klimawandel. Demgegenüber ist das Jahr 2021 niederschlagsreich; ließ zum Jahresbeginn verlorengegangene Winterträume wieder aufleben und auch im Sommer fiel es im großen und ganzen wenig »sommerlich« aus.

Im Juli sorgte das Tiefdruckgebiet »Bernd« für Szenen, wie sie in Deutschland zuletzt 2016 auftraten. Starkregen von teilweise über 150 Litern pro Quadratmeter war in Regionen Nordrhein-Westfalens und in Rheinland-Pfalz keine Seltenheit. Über 180 Menschen verloren ihr Leben. Während den politischen »Eliten« unseres Landes das Verständnis für die Betroffenen vor, während und nach der Katastrophe fehlte, nahmen sie die Flutkatastrophe in Westdeutschland zum Anlaß, die Notwendigkeit der eigenen Klimapolitik zu unterstreichen.

Da ist es natürlich passend, wenn auch der Weltklimarat (IPCC) in seinem neuesten Bericht (oder direkt hier) vor der Zunahme von Extremwetterereignissen warnt. Die Ursache ist schnell ausgemacht: CO2. Daß es sich beim alleinigen Fokus auf dieses Treibhausgas mehr um politische Instrumentalisierung als um wirkliche Problembehandlung geht, wurde bereits hier, in der ersten Fundgrube verdeutlicht. Zusätzlich trifft der Verweis auf CO2 im Kontext der Flut nicht das eigentliche Problem. Dieses ist vielmehr im Eingriff in Flußsysteme durch Flußbegradigungen, den Verlust von Überflutungsflächen und der Bodenversiegelung zu suchen. 

Der Chefredakteur des österreichischen Magazins, Info-Direkt, Michael Scharfmüller zwitscherte dazu auf Twitter treffend:

Eine Naturgewalt ganz anderen Ausmaßes ereignete sich Ende Juni im südlichen Mähren. Mehrer Orte wurden Opfer eines Tornados, dessen Geschwindigkeit auf bis zu 330 Km/h geschätzt wurde. Auch hier: zerstörte Häuser, zerstörte Existenzen, Todesopfer. Die mediale Berichterstattung in der BRD war jedoch gering. Ziemlich erstaunlich, ließe sich dieses Ereignis doch besser als die Flut in die Erzählung der verheerenden Folgen des menschengemachten Klimawandels einfügen .


Die Landwirtschaft lief in den letzten Wochen auf Hochtouren: Erntezeit. Die arbeitsreichste Zeit des Jahres, aber auch eine erfüllende, fährt man nun doch endlich die buchstäblichen Früchte seiner Arbeit ein. Es ist dieser ewige Kreislauf, der menschliches Leben Jahrtausende prägte. Doch in den letzten Jahrzehnten erfolgte ein fulminanter Wandel. Technisierung, Rationalisierung – letztlich die Petrochemisierung der Nahrungsmittelerzeugung. Und: Ein Ende ist noch immer nicht in Sicht.

In immer stärkerem Maße wird die Digitalisierung der Landwirtschaft, das sogenannte smart farming, propagiert. Von Unkrautrobotern, Algorithmen und den schon jetzt im Einsatz befindlichen vernetzten Geräten verspricht man sich den letzten Schub, um den Hunger der Welt zu stillen. Dabei assistieren politische Entscheidungsträger einmal mehr dem wirtschaftlichen Komplex des Agrobusiness. Die Pläne des Green New Deal bedeuten den letzten Sargnagel für die bäuerliche Landwirtschaft, bedrohen die bäuerliche Existenz und werden letztlich auch an den gesteckten Zielen, dem Stillen der Hungersnot, versagen.


Im August erschien mit Heft 6 der Kehre erstmalig ein nicht themengebundenes Heft. Ab diesem Heft, welches unter dem Stichwort »Überwucherungen« steht, wird die Kehre auch am Kiosk zu erwerben sein. Wer vorher schon den örtlichen Händler ausfindig machen möchte, schaut hier. Alternativ kann das Heft auch direkt erworben werden.

Des weiteren kündigt sich bereits das nächste Heft an, das sich dem Thema »Postwachstum« widmet. Die Idee des Postwachstums wird heute eher mit »linken« Positionen in Verbindung gebracht. Daß das allerdings nicht unbedingt zusammengehört, verdeutlichte Die Kehre-Chefredakteur Jonas Schick in seinen 97. Netzfundstücken auf Sezession im Netz. Die Protagonisten des Podcasts »Wohlstand für alle«, auf den sich Schick in den Fundstücken bezieht, tragen mit ihren Positionen einmal mehr zur Schau, warum das Thema »Ökologie« im linken politischen Spektrum fehl am Platze ist: Die marxistischen Gesellschaftsutopien benötigen die industriellen Verhältnisse und so dominiert die produktivistische Definition des Wohlstandes die Köpfe »Wohlstand für alle«-Podcaster Ole Nymoen und Wolfgang M. Schmitt. Kleine Einblicke in die linke, materialistische Postwachstum-Einbahnstraße geben die Podcast-Episoden 103 und 105.

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