Menschengruppen wurden über Jahrtausende von ihrer Umwelt geprägt. Die Lebensweise in den Eissteppen im Europa der Weichseleiszeit war dementsprechend eine andere als in südlicheren Gefilden des Planeten. Doch für die heutige Wissenschaft sind das keine Argumente. Der führende Archäogenetiker des Max-Planck-Instituts für Menschheitsgeschichte, Johannes Krause, verkündete im Online-Magazin des Spektrum der Wissenschaft: »Genetisch gesehen sind die Europäer Ostafrikaner«.

Die Forschungsergebnisse Krauses sprechen ihre eigene Sprache, allein die Interpretation bleibt meist jenen vorbehalten, die ein entsprechendes Interesse daran haben. Anders ist die Aussage im Interview nicht zu werten. Zum Glück gibt es Abseits des wissenschaftlichen Mainstreams noch andere Betrachtungen zum Themenkomplex der Anthropologie. Sehr umtriebig ist beispielsweise Tom Rowsell, der im Netz als Survive the Jive bekannt ist. Dem Themenkomplex der ewigen Einwanderung wußte er folgenden Tweet entgegenzusetzen.

Sein Twitter-Account existiert mittlerweile nicht mehr, man kann seine Einschätzungen allerdings weiterhin auf seinem privaten Blog genießen oder auf weiteren sozialen Netzwerken. Wer sich lieber deutschsprachigen Akteuren widmet, dem seien die Werke Andreas Vonderachs empfohlen. Beispielsweise sein Artikel »Die Europäer und die anderen« erschien in der Sezession und ist frei einsehbar.


In den letzten 70 Jahren hat sich die Zahl der in der Landwirtschaft beschäftigten Arbeitnehmer um mehr als 4,5 Millionen verringert. Dieser Prozeß wird heute als Strukturwandel bezeichnet. Ihm liegt der Einsatz von viel fossiler Energie in Form von Treibstoffen oder mineralischen Düngern, Pflanzenschutzmitteln und der Wachstumszwang, den erstere überhaupt ermöglichen. zugrunde. Als wirtschaftlich rentabel gelten heute allein Großbetriebe. Dazu sind Investitionen notwendig, die Kleinbetriebe sich oft nicht leisten können. Das Hamsterrad dreht sich bereits munter und heutige Landwirte scheinen vielmehr der Begleichung von Darlehen verpflichtet zu sein als der Ernährung der Bevölkerung. Die aktuelle Schreckensbilanz hat Dr. Olaf Zinke für die agrarheute hier dargelegt.


Wohin der oft exportorientierte Weg führt, zeigt die aktuelle Situation der Rindermast in Argentinien. Die dortige Regierung verhängte einen Exportstopp für Rindfleischprodukte, weil die Inlandpreise zu hoch seien. Vom Exportstopp erhofft sich diese ein erhöhtes Angebot auf dem Inlandsmarkt und daraus folgend niedrigere Verbraucherpreise. Die Fleischindustrie kündigte bereits Protest an. Es zeigt sich einmal mehr, daß soziale und ökologische Probleme Hand in Hand gehen. Denn die Massenproduktion stillt weder den Welthunger, noch sichert sie entsprechende Einkommen für die Beschäftigten. Von ihren ökologischen Auswirkungen muß man erst gar nicht sprechen. In der Niederlande ermöglicht die Regierung Tierhaltern nun auszusteigen. Ziel ist die Reduzierung der Tierbestände, um damit die Stickstoffausscheidungen zu reduzieren und Nitratbelastungen vorzubeugen. Mehr geschriebene Infos zur Thematik gibt es hier, ARTE hat das Thema in einer Doku aufgegriffen:

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Filmisch geht es in den Sommer. Ab 1. Juli wird der Film Percy auch in deutschen Kinos anlaufen. Dieser behandelt die Geschichte des kanadischen Farmers Percy Schmeiser, der sich in der Provinz Saskatchewan auf den Rapsanbau spezialisiert hatte. Er wurde vom mittlerweile zu Bayer gehörigen Biotechnologiekonzern Monsanto wegen illegaler Kultivierung verklagt, weil sich verwehtes Saatgut auf seinen Feldern ausbreitete. Wer nicht bis zur Eröffnung warten möchte, kann auch zur Dokumentation Percy Schmeiser: David versus Monsanto greifen, welche die Geschichte Schmeisers bereits vor Jahren aufgegriffen hat:

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Der Prozeß ging (Achtung Spoiler!) nicht zum Nachteil Schmeisers aus, das Gericht bestätigte hingegen auch Monsantos Patentrechte auf von ihnen gezüchtete Pflanzen. Es handelte sich also nur um einen Teilerfolg. Mit derartigen Minimalerfolgen wollte sich ein Mann jedoch nicht begnügen, der im selben Jahr, als Monsanto Schmeiser verklagte, zu achtmaliger lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt wurde: Die Rede ist vom »Unabomber«, Ted Kaczynski. Unter anderem versandte er Briefbomben an Personen und Institutionen, die er für die Umweltzerstörung und die aus seiner Perspektive bedrückende Dominanz der Technik in unserem alltäglichen Leben verantwortlich machte.

Kaczynski steht stellvertretend für den extremsten Typus des Naturschützers. Ihm und anderen wendet sich die aktuelle Ausgabe der Kehre zu. Unter den Schlagworten »Ökologie und Militanz« wurde vor wenigen Wochen die erste Ausgabe des zweiten Jahrgangs veröffentlicht. Wer das Heft noch nicht auf dem Schreibtisch liegen hat, dem kann hier geholfen werden. Wer zusätzlich noch was auf die Ohren braucht, sollte sich unbedingt Sendung 19 im Podcast des Jungeuropa Verlages anhören. Verleger Philip Stein hat Kehre-Chefredakteur Jonas Schick zu einem Gespräch eingeladen, um mit ihm über das Projekt die Kehre, »rechte« wie »linke« ökologische Ansätze, seinen Zugang zu diesem Thema sowie die moderne »Maschinenstürmerei« zu sprechen.


Doch ökologisches Engagement findet nicht allein zwischen Fridays for Future und militantem Aktivismus statt. Gerade in Mitteleuropa gibt es eine Naturschutztradition in Form von Initiativen und Verbänden, deren Ursprünge sich bis zum Deutschen Bund Heimatschutz zurück verfolgen lassen. Kehre-Chefredakteur Jonas Schick hat nun einen Fall ausfindig gemacht, der an Heuchelei nicht zu überbieten ist und einen fassungslos zurückläßt. Die Rede ist vom Körbaer Teich, einem Naturschutzgebiet im südlichen Brandenburg. Weil sich einige nicht mit dem Verlust des Körbaers als Badegewässer abfinden wollen, mußte vor kurzem der Schilfgürtel weichen – pikant ist, daß sich in der Arbeitsgruppe zum Erhalt des Körbaers als Naherholungsdomizil ein Lokalpolitiker der GRÜNEN federführend engagiert. Es stellt sich einmal mehr heraus, daß konsequenter Naturschutz und ein grünes Parteibuch nicht zusammen gehören.

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