Öko-Fundgrube (2) – In eigener Sache, Green New Deal, Wasser, Fleisch

Liebe Leser,

wir schauen auf ein ereignisreiches Jahr 2020 zurück, das wohl dank Corona nicht so schnell in Vergessenheit geraten wird. Für uns ist dieses Jahr aber auch aufgrund eines anderen Gesichtspunktes ein spezielles: Ende April erschien die Erstausgabe der Zeitschrift Die Kehre (hier bestellen). Unser ambitioniertes Projekt startete mit großer Aufmerksamkeit sowohl aus den eigenen als auch den gegnerischen Reihen.

Nun ist der erste Jahrgang geschafft. Ausgabe 04 wird gerade in diesem Moment gedruckt. Damit ist ein wichtiger Meilenstein geschafft, um die Zeitung zu einer langfristigen Größe im neurechten Milieu zu machen. Denn genau darin liegt das Kernanliegen der Kehre, den Anstoß dafür zu geben, daß die Ökologie wieder zu einem festen Bestandteil konservativen Denkens wird.

Dabei sollen die in ihr diskutierten und dargelegten Zusammenhänge nicht nur in einem theoretischen Diskurs vor sich hin zirkulieren, sondern auch realpolitisch, im Parteienspektrum der Bundesrepublik Niederschlag finden. Im Interview mit der Tagesstimme hatte ich die Gelegenheit, den allgemeinen Ansatz hinter der Zeitschrift breit auszuführen und den inhaltlichen Rahmen einer »Ökologie von rechts« abzustecken.

Hier geht es zum Gespräch!
Jonas Schick: „Grüner Kapitalismus ist pure Naivität“

Maßhalten, Respekt der Grenze, Verortung, die Stärkung regionaler Zusammenhänge, Verringerung der Mobilität in jeder Hinsicht. Der Horizont der Welt müsste vom Globalen zurück ins Regionale schrumpfen. Die Umsetzung einer konsequent an ökologischen Variablen ausgerichteten Politik bedeutet eine »konservative Revolution«.

Alles in Allem läßt sich für das erste Jahr ein positives Resümee ziehen. Wir haben mit der Kehre mehr Leser erreicht, als wir am Anfang dachten, überhaupt erreichen zu können. Haben im grünen Milieu für Unsicherheit gesorgt und gezeigt, daß die konservative Ökologie noch lange nicht ausgezählt ist.

Wir gedenken, genau an diese ersten Erfolge im kommenden Jahr anzuknüpfen und unsere Arbeit rund um eine »Ökologie von rechts« weiter auszubauen. Doch jetzt ist erst einmal Ruhe angesagt. Die Feiertage nutzen wir zur Entschleunigung. Smartphone aus, keine E-Mails synchronisieren, ein gutes Buch zur Hand nehmen. Daher ruht auch unser Versand bis zum 04. Januar. Einzig unsere Abonnenten bekommen die neue Ausgabe noch in diesem Jahr, zwischen Weihnachten und Neujahr, zugesandt.

An dieser Stelle bedanke ich mich bei allen Lesern und Abonnenten für das rege Interesse an der Kehre. Dank Ihnen besteht die reelle Möglichkeit, daß die Ökologie erneut zu einem wesentlichen Element des Konservatismus wird.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und Ihren Familien frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Jonas Schick
Chefredakteur Die Kehre

Cover der vierten Ausgabe

Die Suche nach neuen, sauberen »alternativen« Energien nimmt seit diesem Jahrtausend ungeahnte Dimensionen an. Weg vom Ruß und Gestank konventioneller Energieträger wie Öl und Kohle, hin zu den »sauberen« Quellen Wind, Wasser und Sonne. In jüngster Zeit gewinnt vor allem der Energieträger »Wasserstoff« an Popularität. Doch ein lesenswerter Artikel in der Wirtschaftswoche verdeutlicht in diesem Zusammenhang die ernüchternden Tatsachen, welche die Hilflosigkeit bezüglich des Energiehungers einmal mehr verdeutlichen:

Wasserstoff wird in Raffinerien gebraucht, für die Produktion von Ammoniak in der Düngemittelherstellung und Methanol in der Chemieindustrie. 230 Terawattstunden Ökostrom pro Jahr wären nötig, um den Wasserstoff allein für diese Märkte zu erzeugen – im Jahr 2019 wurden aus erneuerbaren Energien in Deutschland 224 Terawattstunden Strom erzeugt.

Im selben Blatt erschien wenige Tage später ein Interview mit Herbert Diess, dem Vorstandsvorsitzenden der Volkswagen AG. Diess macht darin klar, daß wir in Europa 40 große Batteriefabriken bräuchten, wenn ein politisch verordneter Green New Deal beschlossen würde. Von Seiten der Politik und der Wirtschaft bestehen also konkrete Pläne für die schöne, neue, andere Industriewelt.


Im 20. Jahrhundert sei der Meeresspiegel um 13 Zentimeter gestiegen, seit 1992 um neun Zentimeter, wobei sich die Geschwindigkeit mehr als verdoppelt habe, das sind die Aussagen Stefan Rahmstorfs, der beim Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung tätig ist. Er gilt als angesehener Forscher auf seinem Gebiet, seine Forschungsergebnisse beeinflussen politische Entscheidungen.

Doch ebenjene enge Verflechtung zwischen Politik und Wissenschaft ist Kritikern des Potsdamer Instituts ein Dorn im Auge. Laut eigenen Zahlen wurden rund 40 Prozent des Gesamthaushalts 2019 von fast 30 Millionen Euro von Bund, Ländern oder der EU finanziert. Mehrere Mitarbeiter sind zudem im Besitz von Professuren an staatlichen Hochschulen, so auch Rahmstorf, der an der Universität Potsdam lehrt. Das Humboldtsche Bildungsideal scheint er hingegen bei Kritik an seiner Arbeit schnell zu vergessen, wie u.a. hier und hier nachvollzogen werden kann.


Nach Protesten von Landwirten vor Aldi-Zentrallagern in Niedersachsen einigten sich beide Parteien auf eine Preiserhöhung von einem Euro für ausgewählte Schweinefleischprodukte. Dieser Betrag soll den Erzeugern nun direkt zukommen. Es ist ein kleiner Erfolg für eine Handvoll eines Standes. Doch ändert das an den eigentlichen Ursachen für die Niedrigpreise nur wenig:

Solange sich die Landwirte auf Märkten für Standardprodukte bewegen, hängen sie an den Angebots- und Nachfrageverhältnissen der internationalen Märkte. Sie sind ‘austauschbare Produzenten’ für Handelsmarken, bei denen kaum Preisspielräume bestehen

Wohin die Internationalisierung der Märkte die Preisbildung in der Landwirtschaft treibt, ist am Beispiel von Schweinefleisch gut abzulesen: Die aktuellen Preise für Schweinefleisch betragen rund 1,20 Euro pro Kilogramm. Solche niedrigen Beträge können logischerweise nur mit einer »Fließbandproduktion« erreicht werden. Doch selbst unter diesen Verhältnissen sind jene Preise für sechs Monate intensiver Mast kaum noch rentabel, da ist von Tierschutz und ökologischeren Bedingungen noch nicht einmal die Rede.

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