Öko-Fundgrube (1) – Grünes Irland, Co₂-Ablasshandel, Bauern hier und dort

Auf dem Netztagebuch der Sezesssion, Sezession im Netz, schreibe ich seit rund eineinhalb Jahren eine Kolumne, die verschiedenste »Fundstücke« aus dem Netz versammelt, die speziell für das neurechte Milieu von potentiellem Interesse sind. Das reicht von eher konventionellen Neuigkeiten bis hin zu »exotischeren« Beiträgen wie beispielsweise einer kurzen Einführung in das Musikgenre des Black Metal.

Da es sich nunmal um keine ökologische Kolumne handelt, bleiben leider etliche Fundstücke, die im Zusammenhang mit ökologischen Themen stehen, auf der Strecke. Insbesondere der Kehre-Autor Max Schmid spielt mir aber immer wieder unterschiedliche Artikel, Videos usw. in Hülle und Fülle zu, die sich mit unterschiedlichsten ökologischen Problem- und Fragestellungen auseinandersetzen, die ich speziell den Kehre-Lesern nicht vorenthalten möchte.

Daher erfolgt hiermit der Start einer zu den »Netzfundstücken« komplementären Reihe, der »Ökologischen Fundgrube«, die ich zusammen mit Max Schmid abwechselnd bespielen werde. Schmid macht den Anfang und steuert die »Fundgrube I« bei. Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Lesen.

Jonas Schick
Chefredakteur Die Kehre


Was die Kehre im deutschsprachigen Raum darstellt, soll mit dem neuen Jahr auch in Irland Realität werden. Auf Twitter wurde eine rechte Naturzeitschrift mit dem Titel Meon angekündigt. Verantwortlich für das Projekt zeigt sich das konservative Blatt The Burkean. Mit dem Iren Keith Woods gibt es bereits seit mehr als einem Jahr einen relativ bekannten Kopf innerhalb der angelsächsischen Rechten, der Sozial- und Umweltthemen aufgreift. In einem seiner neuesten Beiträge spricht er über das ewige Wachstum des Kapitalismus, während er vor wenigen Wochen ein sehenswertes Interview mit dem US-amerikanischen Umweltaktivisten Derrick Jensen führte:

Bereits im Mai diesen Jahres veröffentlichte er ein Video, in dem er den Effekt der Migration auf die Umwelt beleuchtet. Vor allem Abonnenten und regelmäßigen Lesern der Kehre sei dieses Video empfohlen, immerhin steht das letzte, das vierte Heft der Kehre in diesem Jahr noch aus, und soviel sei schon einmal angezeigt – es wird sich um ebenjenen Komplex der Migration im Kontext der Ökologie drehen:


Sie heißen atmosfair, Klima Kollekte oder Prima Klima. Dies sind die Namen der im Jahr 2017 von Stiftung Warentest mit “sehr gut” bewerteten Anbieter von CO₂-Zertifikaten. Daß der Klimaschutz aus dem gesamten Bereich der Natur der Teil ist, mit dem sich am meisten Geld verdienen läßt (mit einem guten Gewissen obendrein), sollte in den letzten Jahren eigentlich augenscheinlich geworden sein. Indes werden die dort praktizierten Geschäftsmethoden wie folgt geschildert:

Die Compensators, ebenfalls ein gemeinnütziger Verein, gehen einen ganz eigenen Weg: Sie kaufen von den Spendeneinnahmen CO2-Zertifikate. Die Vorschriften des europäischen Emissionshandels sehen vor, dass Unternehmen einiger Branchen Verschmutzungsrechte kaufen müssen, bevor sie Treibhausgase in die Luft abgeben. Kauft man ihnen diese Zertifikate weg, steigt der Preis. Die Luftverschmutzung wird teurer. Alternativen werden im Verhältnis dazu billiger und die Treibhausgasemissionen gehen zurück.

Parallelen zum kirchlichen Ablaßhandel sind nicht zu leugnen, der einzige Unterschied besteht darin, daß die neue Klimareligion mehrer Päpste hat. Zu diesem Thema veröffentlichte das Magazin Compact bereits vor zwei Jahren ein Spezialheft mit dem Titel »Klimawandel – Fakten gegen Hysterie«.


Nachdem der Brexit nun doch Realität geworden ist, steht die Europäische Union (EU) vor teifgreifenden Umbrüchen. Die EU verliert mit dem Vereinigten Königreich einen wichtigen Nettozahler, wobei hier nicht vergessen werden sollte, daß auch die Briten EU-Gelder erhielten, die nun nicht mehr fließen; so z.B. die nun ausbleibenden Direktzahlungen aus dem EU-Agrarhaushalt. Diese Prämien, die den bloßen Besitzt von landwirtschaftlichen Flächen entlohnen, stehen bereits seit längerem in der Kritik. Ihre Ausmaße verdeutlichen warum:

Die britischen Farmer müssen nach dem Brexit drastische Kürzungen der Direktzahlungen verkraften. Das führt je nach Betriebsgröße zu Einkommens-Verlusten von bis zu zwei Dritteln. Große Betriebe sind von den Kürzungen deutlich stärker betroffen als kleinere Farmen.

Daß Großbetriebe EU-weit anteilsmäßig nur von den Subventionen leben, wird von unterschiedlichen Akteuren bereits nachgewiesen und kritisiert. Für die Briten wurde nun folgende Rechnung eröffnet:

So zeigt eine Beispielrechnung, dass Farmer, die derzeit rund 30.000 GBP oder weniger pro Jahr erhalten, im nächsten Jahr (2021) etwa 5 Prozent weniger Subventionen erhalten. Für Landwirte, die derzeit BPS-Zahlungen zwischen 30.000 bis 50.000 GBP pro Jahr bekommen, werden die Reduzierungen bereits deutlich stärker ausfallen. 

Am härtesten trifft es die großen Betriebe, die derzeit bis zu 150.000 GBP erhalten. Diese müssen Kürzungen von 65 Prozent verkraften. Direktzahlungen, die über der Schwelle von 150.000 GDP liegen, werden um 70 Prozent gekürzt.

Es bleibt abzuwarten, wie man im britischen Agrarministerium damit umgehen wird. Derweil gab es bereits im September Positives zum deutschen Bauernstand zu vermelden. Genauer gesagt zu den Nebenerwerbslandwirten unter ihnen, diese machen nämlich bundesweit immer noch die Hälfte aller Landwirtschaftsbetriebe aus. Es handelt sich bei ihnen nicht um Hobby-Tierhalter, die unfähig zum Ackerbau sind, sondern um dauerhafte Betriebsformen, meist über mehrere Generationen hinweg. Vielleicht ist diese Form der Landwirtschaft kombiniert mit außerlandwirtschaftlichen Einkommen eine Möglichkeit, dem bisherigen Status quo der industriellen Landwirtschaft entgegenzuwirken.

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