Im Schatten der Windkraft stirbt der Artenschutz

Alternative Energieerzeugung ist sinnlos, wenn sie genau das zerstört, was man durch sie schützen will: die Natur.« Dieses Zitat von Reinhold Messner, einem der bekanntesten Bergsteiger der Welt, beschreibt mit wenigen Worten das ganze Dilemma der erneuerbaren Energien.

Alte, an den Fluß gebaute Mühle in Laderholz (Niedersachsen)

Als erneuerbare bzw. regenerative Energien werden sämtliche Energieträger bezeichnet, die praktisch unerschöpflich sind oder kontinuierlich zur Verfügung stehen; dazu gehören Solar-, Wind-, Bioenergie, Wasserkraft und Geothermie. Der Aufschwung der Windenergie begann mit dem Stromeinspeisungsgesetz von 1991 und setzte sich mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) fort, das seit dem 1. April 2000 in Kraft ist. Seitdem ist das fortlaufend Anpassungen unterzogene Gesetz ständiger Kritik ausgesetzt; insbesondere die Windkraft dürfte inzwischen zu den emotionalsten Streitthemen unserer Zeit gehören, sowohl politisch als auch gesellschaftlich. Für die einen bedeutet sie saubere Energie, wenn auch hochsubventioniert, für die anderen verkörpert sie rücksichtslose Zerstörung unserer Kulturlandschaft auf Kosten der Allgemeinheit für die Profite Einzelner. Im Jahr 2018 standen in Deutschland rund 30 500 Windenergieanlagen (die meisten davon in Niedersachsen), darunter 1305 sogenannte Offshore-Anlagen.¹ Obwohl das von der Bundesregierung gesteckte Ziel noch nicht erreicht ist, stockt derzeit der Bauboom aus unterschiedlichen Gründen wie z.B. der immer schwierigeren Standortsuche, der geringeren Akzeptanz durch die Bürger, neuer Abstandsregelungen oder des Wegfalls von Subventionen.

Wind- und Wasserkraft gelten pauschal als umweltfreundlich, dennoch weist der Naturschutz bei Wasserkraft bereits seit 100 Jahren auf die negativen Auswirkungen zu Lasten des Artenschutzes hin, so daß in den 1950er und 1960er Jahren die Atomkraft von Naturschützern sogar als die bessere Lösung angesehen wurde. Der deutsche Philosoph Martin Heidegger beschrieb treffend den Unterschied von Wassermühle und Kraftwerk: Die Mühle wurde an den Fluß gebaut, beim Kraftwerk jedoch wird der Fluß in das Kraftwerk hinein verbaut.² Ähnlich verhält es sich mit den heutigen Windkraftanlagen von über 100 Metern Höhe, die mit den bis Mitte des 19. Jahrhunderts gebauten Windmühlen nichts mehr gemein haben.

Rettung des Weltklimas durch Naturzerstörung?

Zur bis noch vor Jahrzehnten üblichen Landnutzung kommt – insbesondere in Deutschland – eine neue hinzu: Es sind die Maßnahmen zum Zwecke des Klimaschutzes mit den bereits erwähnten regenerativen Energien, die unübersehbar das Landschaftsbild ganzer Regionen prägen. Die Anbaufläche für »Energiepflanzen« wie Raps und Mais für Biogasanlagen beispielsweise ist seit etwa 20 Jahren auf 2,5 Millionen Hektar gewachsen, somit mehr als um das Sechsfache angestiegen und dies auf Kosten von Grün- und Brachland, der wichtigsten Lebensräume für nahezu alle Tier- und Pflanzenarten im Umfeld der Landwirtschaft.

Eine wesentliche Säule im sogenannten Energiemix sind die Windkraftanlagen, die Wirtschaftsminister Peter Altmaier als die »Kathedralen der Energiewende« bezeichnet. Doch sind die vielen sich drehenden Rotoren tatsächlich Sinnbild von Fortschritt oder sogar ökologischer Moderne? Nein, denn sie gehen über die allgemein bekannten negativen Begleiterscheinungen wie Schattenwurf, Lärmbelästigung oder den problematischen Infraschall hinaus und forcieren zusätzlich die Vernichtung der ohnehin massiv gefährdeten Diversität in unserem Land.

Grundsätzlich ist es sinnvoll und richtig, fossile Energien durch alternative zu ersetzen – dies sollte jedoch mit Augenmaß und mit Hilfe anderer, bereits noch vorhandener Quellen geschehen. Indes wird unter dem Deckmantel des ominösen Klimaschutzes überstürzt und unübersehbar nicht nur unsere Landschaft radikal verändert und in ihrer ehemaligen Vielfalt, Eigenart und Schönheit zerstört, sondern mit ihr auch die entsprechende Flora und Fauna. Absurd und geradezu gefährlich ist die Aussage von Bundeskanzlerin Angela Merkel, daß »der (menschengemachte) Klimawandel die größte Bedrohung ist, der die menschliche Zivilisation jemals ausgesetzt war«. Dieses unverantwortliche Zeichnen eines Weltuntergangsszenarios fördert kein besonnenes Handeln, sondern treibt in die eingangs erwähnten überhasteten Schnellschüsse.

Windkraftanlagen und ihre tierischen Opfer

Die Verspargelung unserer Landschaft trifft in weiten Teilen der Bevölkerung nicht unbedingt auf Gegenliebe, wird jedoch aus Gründen des sattsam bekannten und propagierten Klimaschutzes akzeptiert. Hinzu kommt der Gewöhnungseffekt, so daß nachfolgende Generationen oft gar nicht mehr wissen, wie unsere (Kultur-)Landschaft vor Jahren noch ausgesehen hat. Im Namen einer umweltfreundlichen Energieerzeugung gibt jedoch nicht nur die Umgestaltung unserer Heimat Anlaß zur Sorge, sondern auch die Vernichtung abertausender Lebewesen. 156 (!) Vogelarten, die eindeutig als Schlagopfer von Windrädern identifiziert sind, umfaßt allein die »Fundkartei« der Staatlichen Vogelschutzwarte Brandenburg – vom kleinsten Vögelchen Europas wie dem nur vier bis acht Gramm leichten Wintergoldhähnchen bis zum majestätischen Gänsegeier mit 7,5 Kilogramm.³

Entscheidend in diesem Zusammenhang ist neben dem Standort insbesondere die Höhe der Anlage, denn längere Rotorblätter vergrößern auch die Todeszone für alle Tiere, die Flügel haben. Da die meisten derzeitigen Windkraftanlagen eine Nabenhöhe bis 75 Meter erreichen, sind diese ganz besonders für die Vögel lebensgefährlich, die in dieser Höhe fliegen, wie den Mäusebussard, den seltenen Schreiadler, den Rotmilan, den Weißstorch und die Fledermausart Großer Abendsegler, aber auch den Uhu und den Kiebitz, deren Bestände ohnehin dramatisch gesunken sind. Neue Anlagenmodelle ragen sogar mehr als 200 Meter in die Höhe und ihre bis zu 70 Meter langen Rotorblätter überstreichen Flächen, die größer sind als ein Fußballfeld und folglich weitere, zusätzliche Bedrohungen darstellen. Die tatsächlichen Opferzahlen dürften erschrekkend hoch sein, denn nur ein Bruchteil der durch Rotoren getöteten oder schwer verletzten Tiere wird überhaupt entdeckt.

Vögel und Fledermäuse

In den Fluß verbautes Laufwasserkraftwerk in Pullach bei München

Experten der Staatlichen Vogelschutzwarte in Brandenburg, bei der Meldungen über an Windkraftanlagen (gefundene) verendete Vögel zusammenlaufen, halten die (hochgerechnete) Zahl von jährlich bis zu 100 000 Tieren für realistisch. Besonders in Norddeutschland gebe es viele Opfer, da hier überdurchschnittlich viele Turbinen in Betrieb sind.

Allein in den vier norddeutschen Bundesländern werden jährlich circa 7800 Mäusebussarde »geschreddert«, also sieben Prozent der gesamten Population in diesen Ländern.

Unter den gefundenen Opfern sind neben häufig vorkommende Arten wie Möwen, Tauben und Enten auch gefährdete Greifvögel wie Rotmilane und Wanderfalken sowie der bei uns seltene Seeadler. Sie alle wurden und werden von den mit bis zu 400 km/h durch die Luft schneidenden Spitzen der Rotorblätter zerschmettert. Die Deutsche Wildtier Stiftung spricht von 12 000 Greifvögeln, die pro Jahr den Anlagen zum Opfer fallen – in Brandenburg werden bei einem Stand von 3044 Windkraftanlagen 308 Rotmilan-Kollisionen pro Jahr geschätzt. Allein in den vier norddeutschen Bundesländern werden jährlich circa 7800 Mäusebussarde »geschreddert«, also sieben Prozent der gesamten Population in diesen Ländern.4 Um die Schäden so gering wie möglich zu halten, wurde zwar ein Leitfaden, das »Helgoländer Papier«, ausgearbeitet, in dem der Abstand zu den Stätten und Nestern der gefährdeten Tiere geregelt ist; allerdings halten sich die Bundesländer höchst unterschiedlich daran.

Der Tod von jährlich bis zu 250 000 Fledermäusen durch Windkraftanlagen ist nicht weniger dramatisch, wird allerdings nicht durch Kollisionen verursacht, sondern sie sterben am sogenannten Barotrauma: Die Tiere fliegen auf der Suche nach Insekten zwar auf die Anlagen zu, können jedoch geschickt den Rotorblättern ausweichen. Allerdings führt der extreme Druckabfall hinter dem Windrad dazu, daß die Lungen der Fledermäuse platzen und die Tiere daran sterben, meist in einigen oder bis zu wenigen hundert Metern Entfernung von der Unfallstelle. Ein Desaster für diese spezifische Art, die unter striktem Artenschutz steht, da sie ohnehin bereits hochgefährdet ist.

Insekten

Lange dachten Experten, daß Windkraftanlagen Insekten nicht gefährlich werden können. Eine Modellrechnung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) kommt aktuell jedoch zu einem ganz anderen, besorgniserregenden Ergebnis: In der Insektenflugsaison April bis Oktober werden in Deutschland täglich (!) fünf bis sechs Milliarden Insekten getötet. Die Verluste summieren sich demnach auf 1200 Tonnen pro Jahr.5 Vom Naturschutzbund Deutschland (NABU) werden zwar nicht die Zahlen der Studie bezweifelt, jedoch die daraus abgeleitete »nennenswerte Gefährdung von Insektenpopulationen durch Windkraft« mit dem fragwürdigen Argument, daß »allein in deutschen Wäldern jährlich 400 000 Tonnen Insekten von Vögeln gefressen werden«.6

Rein rechnerisch entspräche dies fünf bis sechs Milliarden Heuschrecken, Bienen, Wespen und Käfer an jedem Tag der warmen Saison. Das ganze Ausmaß der Auswirkungen bzw. der Verluste auf die gesamte Insektenpopulation ist laut Experten äußerst schwierig nachzuweisen, da Vergleiche zu anderen potentiellen Ursachen für den drastischen Rückgang der Insektendichte wie Pestizideinsatz, Urbanisierung oder andere Beeinträchtigungen hinzugezogen werden müßten.

Offshore-Windparks auf See und ihre Gefahren

Wer glaubt, in den Weiten der Meere können Vögel die Windkraftanlagen sicher umfliegen, der irrt. Hier konkrete Opferzahlen zu bestimmen, ist zwangsläufig ein kaum zu bewältigendes Unterfangen; allerdings wird befürchtet, daß ganze Vogelschwärme bei besonderen Wetterlagen vom Licht der Anlagen angelockt und dort zu Hunderten, wenn nicht zu Tausenden in den Rotorblättern verenden. Diese Gefahr besteht insbesondere für Zugvögel, die während ihrer Frühjahrs- und Herbstreise in ihre bzw. aus ihren Winterquartieren fliegen, häufig auch in der Nacht. Erfahrungsgemäß stellen selbst Windräder an der Küste eine massive Bedrohung für Zugvögel dar, dennoch entstehen in nur 15 Kilometer Entfernung von der Ostseeküste zwischen Rostock und Stralsund (am Darß) 103 Windkraftanlagen – wieder wird eine ehemalige Bilderbuchlandschaft künftig ein Feld von Sogpfählen der Zerstörung sein.

Toter Rotmilan unter einer Windkraftanlage

Die Offshore-Windparks in Nord- und Ostsee sind außerdem wegen ihrer Pfeiler gefährlich, die in den Meeresboden gerammt werden. Für das Installieren eines einzigen Pfahls werden 2000 bis 3000 Schläge gebraucht, die unter Wasser einen Schalldruckpegel von bis zu 235 Dezibel verursachen und damit zur Gefahr vor allem für die Säugetiere des Meeres werden. Besonders empfindlich auf Lärm reagiert die einzige hier heimische Walart, der Schweinswal. Im übrigen sind Schutzgebiete für einzelne Arten durch die Windkraft auf dem Meer bereits unbrauchbar geworden – in der Deutschen Bucht beispielsweise sind bereits zwei Drittel eines Vogelschutzgebietes massiv beeinträchtigt.7

Wie viele Windräder verträgt die Natur?

Zu dieser Frage, die wohl niemand endgültig beantworten kann, gehören neben der Naturzerstörung vor Ort durch die notwendigen Verkehrswege, Hochspannungsleitungen, Speichersysteme usw. auch die Schäden, die entstehen, bevor eine Windkraftanlage überhaupt aufgestellt ist, wie z.B. der enorme Rohstoffverbrauch, der teils unter menschenunwürdigen Bedingungen in anderen Ländern abgebaut wird. Die moderne Onshore-Windenergieanlage E126 von Enercon beispielsweise mit einer Gesamthöhe von fast 200 Metern benötigt ein Fundament von 1500 Kubikmetern Beton, armiert mit 180 Tonnen Stahl; auf dem 3500 Tonnen schweren Fundament steht der Turm aus 2800 Tonnen Stahlbeton-Segmenten, das Maschinenhaus wiegt 340 Tonnen, die Nabe mit den Rotorflügeln noch einmal 320 Tonnen. Windräder sind in der Regel nach 20 Jahren schrottreif, müssen erneuert werden und die Materialschlacht beginnt von neuem. Sieht so Nachhaltigkeit aus? Wohl kaum.

Bewehrung des Fundamentes einer Windkraftanlage bei Schonungen

Da die Windkraftindustrie hier exemplarisch für andere erneuerbare Energien steht, ist kaum vorstellbar, wie verheerend die Ökobilanz insgesamt aussieht. Daher kann durchaus dem Bundesamt für Naturschutz gefolgt werden, das die ökologische Absurdität der Energiewende öffentlich macht: Der Schutz des Weltklimas zerstört die heimische Natur8 – und dies in einem der am dichtesten besiedelten Ländern der Welt. Im übrigen sind »Vielfalt, Eigenart und Schönheit« der Landschaft Schutzgüter des Bundesnaturschutzgesetzes und nicht nur durch Bemühungen um Artenschutz gedeckt.

Die falsche Energiewende

In Deutschland wird derzeit gegen mehr als 300 bestehende Windkraftanlagen geklagt, errechnet hat dies die Fachagentur Windenergie in Berlin, wobei die Klagegründe Wertminderung von Grundstücken und befürchtete Habitatzerstörungen zu Land und zu Wasser sind. In diesem Zusammenhang sind die zahlreichen, durch Rotoren getöteten Vögel und Insekten auch ein immer wieder vorgetragenes Argument von Bürgerinitiativen: Die zahlreichen, durch Rotoren getöteten Vögel und Insekten. Werden die mit der Windenergie verbundenen systemischen Risiken sowie die enorm gestiegenen Strom- kosten noch zusätzlich berücksichtigt, kann daraus nur der Schluß gezogen werden, daß Windkraftanlagen grundsätzlich »ökologisch, ökonomisch und sozial unsinnig« sind.

Doch die Energiewende wird gegen alle Vernunft weiter vorangetrieben, beflügelt durch hysterisch geführte Klimadebatten. Mit der zur Gültigkeit erhobenen Hypothese des »menschengemachten« Klimawandels wird der Schutz der Natur völlig aus den Augen verloren. Seriöse Klimaforschung hingegen kapriziert sich nicht nur auf die anthropogene Klimawirkung, sondern beschäftigt sich beispielsweise auch mit dem Einfluß der Sonnenaktivität auf das Klima. Das Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung kommt beispielsweise zu dem Schluß, daß die Daten über längere Zeiträume hinweg »auf einen merklichen Einfluß der veränderlichen Sonne auf das Klimageschehen« hindeuten und legt bei der globalen Erwärmung der letzten hundert Jahre ebenfalls einen Beitrag der Sonne nahe.9

Währenddessen bieten die Klimamodelle des IPCC lediglich einen Orientierungsrahmen, der weit gesteckt ist – bis in das Jahr 2100 ist von +0,5 °C bis +8,0 °C Anstieg der Durchschnittstemperatur alles dabei.10 Was davon nun eintreten wird, ist – wie bei Prognosen nun einmal der Fall – nicht mit absoluter Bestimmtheit zu sagen. Und dennoch werden deswegen heute Weltuntergangsszenarien aufgebaut, die an der Ernsthaftigkeit der Politik mehr als zweifeln lassen. Wieviel Schaden dadurch bereits in der Natur entstanden ist, sehen wir; wieviel weiterhin entstehen wird, läßt sich nur erahnen.

Ein Ende der Fehlsteuerungen aufgrund der Energiewende ist nicht in Sicht, denn um die von der Bundesregierung ausgegebenen »Klimaziele« doch noch zu erreichen, soll sich nun die Gesamtleistung der Windanlagen nahezu vervierfachen. Dazu bedürfe es effizienterer Windräder, die mit weit über 200 Metern Höhe (= Wolkenkratzerhöhe) 20-mal mehr an Leistung im Vergleich mit einem Windrad halber Höhe bringen und künftig auch in Wäldern plaziert werden sollen, so daß die Zerstörung weiterer wertvoller Habitate vorprogrammiert ist. Exemplarisch für die derzeitigen ideologischen Aktivitäten in unserem Land dürfte folgendes sein: Im Reinhardwald, einer der schönsten und über Jahrhunderte geschützten Waldlandschaften, sind aktuell mit Hilfe der schwarz-grünen Landesregierung 20 Windräder mit über 240 Metern Höhe geplant, wofür gnadenlos uralte Baumbestände abgeholzt werden müssen. Wo sind hier die Grünen und Naturschützer, die noch vor kurzem den »Hambacher Forst« mit radikalen Protestaktionen vor dem Braunkohleabbau retten wollten?

Das Geschäft mit dem »menschengemachten Klimawandel« und der »Rettung des Weltklimas« nimmt inzwischen pseudoreligiöse Ausmaße an. Nur wenige Menschen wagen es noch, sich öffentlich kritisch dazu zu äußern. Einer davon war der im letzten Jahr verstorbene prominente Dirigent und Stifter Enoch zu Guttenberg, Mitgründer des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND). Er prangerte die unübersehbare Nähe von Umweltverbänden und Windindustrie an und bezeichnete bereits 2014 in einem Interview »die Führungsriege des BUND« (nach Hubert Weinzierl, Vorsitzender von 1983 bis 1998, d. Red.) als »eiskalte Technokraten, gleichzeitig aber verblendete und machtbesessene Ideologen.

Diese sind verantwortlich für den schleichenden Wandlungsprozeß des BUND von einem der renommiertesten Umweltschutzverbände der Welt zu einem, unser Land endgültig industrialisierenden Weltverbesserungsverein«. Er forderte ein Recht darauf, daß die kommenden Generationen »ihre jeweilige Heimat noch an einem identifikationsstiftenden Landschaftsbild und nicht an der Menge der Windparks in ehemaligen Wäldern und verwüsteten Kulturlandschaften […] erkennen«. Zu ergänzen wäre: statt dem aktuellen massiven Artensterben durch Windparks auch noch Vorschub zu leisten. Bei den kontrovers geführten Diskussionen um erneuerbare Energien und deren immenser Problematik für Mensch, Natur und Umwelt ist die globale Bevölkerungsexplosion leider ein Tabuthema, aber gleich- wohl die entscheidende Ursache der Umweltkrise auf unserem Planeten, denn:

»Die Weltbevölkerung steuert im 22. Jahrhundert auf zwölf Milliarden Menschen zu. Gegen den gigantischen Anstieg der Energienachfrage sind daher die erneuerbaren Energien nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Hunderte Millionen neuer Fleischesser, Hygieneartikelnutzer, Autofahrer und Smartphonebesitzer wird das Ökosystem kaum verkraften können. Die Weltbevölkerung muß folglich auf einem niedrigeren Niveau stabilisiert werden – andernfalls droht ein irreversibler Öko-Kollaps.«11

1 Bundesverband Windenergie e.V. (2019): »Zahlen und Fakten – Statistische Kennziffern zur Erfolgsgeschichte Windenergie«, www.wind-energie.de, Zugriff am 07. Januar 2020
2 vgl. Heidegger, Martin (2009): Vorträge und Aufsätze, 11. Auflage, Stuttgart: Klett-Cotta Verlag
3 Landesamt für Umwelt Brandenburg: »Auswirkungen von Windenergieanlagen auf Vögel und Fledermäuse«, www.lfu.brandenburg.de, 07. Januar 2020
4 vgl. Richarz, Klaus (2016): Windenergie im Lebensraum Wald – Gefahr für die Artenvielfalt. Situation und Handlungsbedarf, Hamburg: Deutsche Wildtier Stiftung
5 Trieb, Franz / Gerz, Thomas / Geiger, Matthias (2018): »Modellanalyse liefert Hinweise auf Verluste von Fluginsekten in Windparks«, in: Energiewirtschaftliche Tagesfragen 68 (11), S. 51 – 55
6 »Windkraftanlagen töten im Sommer täglich Milliarden Insekten.« Spiegel Wissenschaft, www.spiegel.de, 25. März 2019
7 Naturschutzbund Deutschland (NABU) e.V. (2018): »Effekte von Offshore Windparks auf Seevögel in der Nordsee.« www.NABU.de, Zugriff am 07. Januar 2020
8 Bundesamt für Naturschutz (2019): Erneuerbare Energien Report. Die Energiewende naturverträglich gestalten! Bonn: www.bfn.de
9 Solanki, S. K. / Schmitt,D. / Schüssler, M. (2005): »Der Einfluss der Sonne auf das Erdklima.« Forschungsinfo 02/2005, Göttingen: Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung
10 Pachauri, R.K. / Meyer, L.A. (Hg.) (2014): Climate Change 2014: Synthesis Report, Genf: IPCC
11 Recherche Dresden: »Sieben Thesen für eine konservativ-ökologische Wende«, www.recherche-dresden.de, 07. Juni 2019

2 Kommentare “Im Schatten der Windkraft stirbt der Artenschutz”

  1. Einfluss auf das Klima:
    Durch die Vielzahl der bereits seit längerer Zeit in Betrieb genommenen Windkraftanlagen bzw.Windparks, welche in der Regel Schachbrettartig angeordnet sind, besteht der begründete Verdacht, das diese Anlagen in erheblichem Maße zur negativen Beeinflussung unseres Klimas beitragen.
    Der auf dem Meer entstehende Wind wird bereits in Küstennähe systematisch geerntet, d.h. dem Wind wird seine Energie entzogen.
    Somit wird der Wind schwächer, die Belüftung des Landesinneren ist nicht mehr ausreichend gewährleistet, es findet kein ausreichender Luftaustausch statt und das Klima heizt sich auf.
    Durch die entstehende Thermik und die Verwirbelungen um die Rotorblätter herum werden Wolken in höhere Lagen verschoben und können vorerst nicht abregnen.
    Der Sachstand von 2019 der Wissenschaftlichen Dienste des Deutschen Bundestages zu ökologischen Auswirkungen von Windkraftanlagen auf das Klima und Wetter, beschreibt lediglich eine leichte Erwärmung des lokalen Klimas (Mikroklima) innerhalb der Anlagen und geht nicht auf den Gesamtenergieverlust und dessen Folgen ein.
    Es könne vor und nach der Installation der Windkraftanlagen verglichen werden heißt es, allerdings würden hier zumeist Daten fehlen.
    Bereits im Jahr 2015 wurde laut Pressemitteilung des Bonner Wetterdienstes „Donnerwetter“ ein Rückgang der mittleren Windgeschwindigkeiten um 13 % im Landesinneren festgestellt, wobei der Wind in Küstennähe konstant blieb. Es wurde auch hier der Verdacht geäußert, das die bereits installierten Windparks der Grund dafür seien.
    Weitere Untersuchungen, bzw.Messungen bei laufendem Betrieb vs. stillgelegte Anlagen wurden bisher nicht in ausreichendem Umfang durchgeführt, obwohl dies technisch durch Abschaltung durchaus möglich ist.

    Quellen:
    1. https://www.donnerwetter.de/presse/immer-weniger-wind-durch-immer-mehr-
    windraeder_cid_24106.html
    2. https://www.preussische-allgemeine.de/nachrichten/artikel/wie-umweltschaedlich-ist-windkraft-
    wirklich.html
    3. http://scienceblogs.de/frischer-wind/2009/10/12/wie-berechnet-man-die-hohenabhangige-
    windgeschwindigkeit/

  2. “Im Reinhardwald, einer der schönsten und über Jahrhunderte geschützten Waldlandschaften, sind aktuell mit Hilfe der schwarz-grünen Landesregierung 20 Windräder mit über 240 Metern Höhe geplant, wofür gnadenlos uralte Baumbestände abgeholzt werden müssen. Wo sind hier die Grünen und Naturschützer, die noch vor kurzem den »Hambacher Forst« mit radikalen Protestaktionen vor dem Braunkohleabbau retten wollten?”

    Daran erkennt man den wahren Charakter der “Grünen” und der von denen unterwanderten Pseudoumweltschutzverbände. Denen geht es gar nicht um Natur- und Heimatschutz. Ganz im Gegenteil, denen geht es um die Vernichtung – man muß es so drastisch sagen – Deutschlands und allem, was deutsch ist. Sinngemäß gilt das auch für alle anderen europäischen Kulturräume.
    Beispielsweise hier im Norden: Was früher mal die Landschaft der Westküste war, mit diesem weiten Blick, ist weithin verschandelt, da kann ich obwohl Lokalpatriot nur noch von Urlaub abraten, wer die Nordseeküste von Postkartenmotiven kennt, wird enttäuscht sein, alles “verspargelt”. (Brokdorf und Brunsbüttel fielen nicht weiter auf, allenfalls die Hochspannungsleitungen Richtung ach so windkraftvorbildliches Dänemark…)
    Irgendwo hier in der weiteren Region, ich mein es war die Schwentine bei Kiel, nahezu naturbelassenenes Fließgewässer, sollte der Bach/das Flüsslein durch Wasserkraftwerk zerstört werden, da müsste ich nun nachrecherchieren, was daraus geworden ist, aber das ist so ähnlich wie beim Reinhardwald.
    Und geht es darum für ein “Flüchtlingsheim” mal eben ein paar Unkentümpel zu plätten, kennen die “Grünen” ohnehin kein Pardon – Bagger marsch!

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